Wie oft höre ich, dass ich so viel Talent habe. Doch ehrlich gesagt halte ich von diesem Wort nicht besonders viel. Denn was die meisten als „Talent“ bezeichnen, steckt in Wahrheit voller Übung, jahrelangem Ausprobieren von Techniken, unzähligen Fehlern und dem Dranbleiben. Das Wort „Talent“ wirkt auf mich oft so, als ob all diese Arbeit unsichtbar gemacht würde, als ob die Bilder einfach so aus einem herausfließen würden, ohne Mühe und Lernprozess. Aber das entspricht nicht der Realität.
Ich bin überzeugt: Es hat weniger mit angeborenem Talent zu tun, sondern viel mehr mit Zeit, Neugier und Hingabe. Wenn mich ein Thema fasziniert, dann vertiefe ich mich darin, lese nach, probiere aus, und plötzlich fällt mir das Lernen viel leichter. Sobald mir etwas jedoch völlig fremd oder uninteressant erscheint, wird es anstrengend, Fortschritte zu machen. Genau so sehe ich das auch in der Kunst: Wer Freude am Malen oder Zeichnen hat, wird sich automatisch intensiver damit beschäftigen und so Schritt für Schritt besser werden.

Natürlich gibt es Menschen, die von Anfang an ein gutes Gefühl für Farben, Formen oder Proportionen haben. Das mag den Einstieg erleichtern. Doch entscheidend ist nicht dieser kleine Vorsprung, sondern die Leidenschaft und die Lust, dranzubleiben.
Und genau das ist wichtig für Anfänger*innen: Du musst nicht „von Natur aus begabt“ sein, um malen oder zeichnen zu können. Alles, was du brauchst, ist Neugier und die Bereitschaft, auszuprobieren. Mit jedem Strich lernst du dazu, mit jedem Bild entwickelst du dich weiter. Selbst durch „Misserfolge“ oder „schlechten“ Werken kannst du weiter daran wachsen. Je mehr Freude du daran hast, desto mehr wirst du dich verbessern. Ganz automatisch.